17.02.2017

Storys

Ein Leidersbacher in Schweden

Von unserer RedaktionDie Be­grüß­ung fiel herz­lich aus. »Die Jungs ha­ben sich schon ge­f­reut, dass ich wie­der da bin«, sagt Fa­bi­an Hörst. Und der 24-jäh­ri­ge Lei­ders­ba­cher muss­te sich gleich an viel Neu­es ge­wöh­nen. Nicht an Schwe­den, nicht an Jön­köping, nicht an IF Ha­ga - dort kickt er seit Ja­nuar 2016 in der sechs­ten schwe­di­schen Li­ga.

»So irgendwo zwischen Landesliga und Bezirksliga«, schätzt er das Niveau ein. Nicht einfach, wenn man zuvor in der Kreisliga bei Frankonia Mechenhard gegen das Leder getreten hat. »Man gewöhnt sich dran«, schmunzelt Fabian Hörst. »Ich bin mir sicher, dass ich auch diese Saison auf meine Minuten kommen werde.«
»Ziel ist der Aufstieg«
Auch weil er - erstmals - eine komplette Vorbereitung absolvieren kann. Und das unter einem neuen Trainer. Torbjörn Isaksson soll Haga in die fünfte Liga führen. »Unser Ziel ist der Aufstieg«, sagt der gelernte rechte Außenverteidiger, der sich nach seiner Rückkehr aus dem Heimaturlaub viele neue Gesichter einprägen muss. Zehn Neue (einige aus höheren Ligen) sind im Kader. Seit Anfang Januar läuft die Vorbereitung auf die im April beginnende Saison. In Schweden läuft die Runde im Kalenderjahr. Bis Oktober wird gekickt, dann ist lange Pause.
»Ganz schön intensiv«, findet Fabian Hörst. Zusätzlich zu den zwei normalen Trainingseinheiten stehen noch zweimal Lauftraining und spezielle Gymnastik auf dem Programm. Gut, findet Fabian Hörst das: »Ich denke, dass ich in jedem Training einen Schritt nach vorne mache. Man verbessert sich, dank der Qualität im Kader, ziemlich schnell.«
Und man muss dazulernen. Im ersten Testspiel stand Fabian Hörst 45 Minuten auf dem Platz - als Innenverteidiger. »Das hatte ich in Mechenhard einmal, auch in einem Test, gespielt. Aber das war jetzt vom Niveau natürlich nochmal eine andere Liga, eine ganz neue Erfahrung für mich.« Dass die Partie mit 0:3 verloren ging, für den Studenten kein Problem: »Insgesamt war es wieder ein tolles Gefühl, auf dem Platz gestanden zu haben.«
Und wie kommt ein Leidersbacher zu IF Haga ? »Ich wollte meinen Master im Ausland machen«, sagt Fabian Hörst: »Dort ist die komplette Bildung kostenlos«, erklärt er den Schritt nach Schweden.
In Jönköping büffelt er seit 2015 internationale BWL, wenn alles klappt, ist er in diesem Jahr fertig. »Dann könnte ich mir schon vorstellen, in Schweden zu arbeiten«, fühlt er sich inzwischen in Skandinavien heimisch.
Auch dank des Fußballs. »Das hat mir schon gefehlt«, erinnert er sich an die Anfänge. An der Uni spielte er Futsal, wurde mit seinem Team Zweiter. »Ausgerechnet ich habe den entscheidenden Siebenmeter im Finale verschossen«, erinnert er sich. Auch an die Reaktionen. »Natürlich der Deutsche«, spotteten die Kollegen.
Die Lust war geweckt
Aber die Lust war geweckt. Ein Studienkollege nahm ihn mit zum Training. »Ich war dreimal zur Probe da, und es hat mir gut gefallen«, so der 24-Jährige. Auch wenn die Anfänge schwer waren. »Die Kommunikation lief nur auf schwedisch. Ich habe drei, vier Wochen gebraucht, um reinzukommen.« Zu Beginn hatte Fabian Hörst auch ein bisschen Angst, isoliert zu sein, doch die Bedenken wurden rasch zerstreut. »Unser Torwart spricht ein bisschen Deutsch. Und, na ja, Fußball ist Fußball. Da versteht man sich. Ich wollte das Ganze auch aus Integrationsgründen machen.«
Das hat geklappt. Einige Mannschaftskameraden sind inzwischen zu Freunden geworden. Darauf hatte Fabian Hörst gehofft, es irgendwie aber auch erwartet. Bei Frankonia Mechenhard, wo er früher kickte, war es genauso. »Klar, vermisse ich die alten Kumpel«, sagt er.
Insbesondere ein Jahr nach seinem Weggang kam Wehmut auf: »Da sind wir Meister geworden. Da war ich innerlich schon im Zwiespalt. Einerseits die Freude über das Studium in Schweden, auf der anderen Seite die Freunde.«
Als Gruß schickten ihm die Kollegen ein Mannschaftsbild des Meisterteams. »Mit schwedischer Fahne«, lacht Fabian Hörst. Das hat natürlich einen Ehrenplatz in seiner Studenten-WG.
Um weiter »dabeizubleiben«, macht er von Schweden aus das Stadionheft der Mechenharder. Der »Frankofant« entsteht in Jönköping.
Gleiche Vereinsfarben
Auch bei den Vereinsfarben musste sich Fabian Hörst nicht umgewöhnen. »Schwarz-Gelb, wie bei der Frankonia. Für einen Bayern Fan nicht das Optimale, aber man gewöhnt sich dran«, grinst er.
Nur an eines kann sich Fabian Hörst auch nach über zwei Jahren noch nicht gewöhnen - die schwedischen Preise. »Neun Euro für ein Weizen. Das ist echt bitter.«
Oliver Banach
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